Einkaufen in den USA

Sogar Supermärkte sind hier ein Erlebnis für sich. Es gibt nichts was es beim Walmart nicht gibt. Wir haben in Deutschland ja schon eine grosse Auswahl an Lebensmitteln, aber das ist nichts im Vergleich zu dem Wahnsinn hier. Ich bin vor einem Kühlfach gestanden, der ungefähr 6 Meter lang ist und ca. 100 Sorten Milch beinhaltet! Ich wollte doch nur Milch! Nicht für Allergiker, Allergiegefährdete, Diabetiker, Fettleibige, dürre Häringe, Rothaarige, Brünette, Blondinen usw. Ok, das ist jetzt etwas übertrieben, aber die Auswahl ist gigantisch. In Deutschland gibt es üblicherweise 1,5 %, 3% und wenns hoch kommt, Sojamilch. Hier kriegst du für alle Lebensumstände die passende Milch.

 Am besten finde ich die Aufteilung in den Supermärkten. Auf der einen Seite findet man das ungesündeste Zeug dass man sich nur vorstellen kann! Und zwischen den Gängen gibt es die passenden Abnehmprodukte von Alli bis Slimfast!

 Jeder fragt mich, wo man günstiger einkaufen kann, Deutschland oder USA. Tja, es kommt darauf an wo man einkauft und was man kauft. Manche Dinge sind günstiger, manche teuerer. Obst und Gemüse ist generell teuerer, das ist mir erst gestern wieder schmerzlich bewusst geworden als ich mir eine Paprika kaufen wollte und mit Schrecken festgestellt habe, dass die mich $ 2,95 kosten würde! Ich habs gelassen. Die Pommes dagegen werden einem fast schon hinterher geschmissen, so günstig sind die.

 Ich bin ein ja passionierter Teetrinker, aber die Auswahl hier beschränkt sich auf ungeniessbaren Früchtetee und eine gehörige Auswahl an Eistee. Zum Glück habe ich mir noch einen Vorrat aus Deutschland mitgebracht. Bis zum nächsten Besucher reicht das hoffentlich noch.

15.1.08 16:05, kommentieren

Aufbruch - Teil 2

Die Fahrt zu unserem Haus dauerte ca. 1 Stunde. Die Kinder sind sofort eingeschlafen und die Fahrt war sehr ruhig. Atlanta's Skyline ist wunderschön, besonders im Dunkeln!

Kaum im Haus angekommen sind wir schon auf die ersten Probleme gestossen: wir hatten kein Wasser, keinen Strom und kein Gas! Leider hat sich niemand darum gekümmert, obwohl es uns versprochen wurde. Da es erstens schon gegen 8 Uhr abends war und wir schon totmüde waren, beschlossen wir erstmal ins erstbeste Motel zu gehen.

Am nächsten Morgen sind wir sogleich zurück ins Haus gefahren, um uns ein wenig umzusehen. Da ich das Haus vorher nicht gesehen habe, war ich sehr gespannt darauf und ich bin nicht enttäuscht worden. Mein lieber Mann hat gut gewählt. Es ist wirklich toll, mit einem Kamin, einer schönen Küche und einem grossen Garten!

Es war Sonntag und da wir sowieso nicht viel ausrichten konnten, gingen wir erneut ins Motel. Diesmal in ein anderes, wo es auch Internet gab. Alex fuhr zum Flughafen um meine Schwester und ihren Freund abzuholen. Die beiden haben es recht locker aufgenommen, dass wir nicht ins Haus können. Zur Entschädigung haben wir den beiden auch gleich ein Zimmer gebucht.

Da am nächsten Morgen der Container angeliefert werden sollte, wir uns aber um Strom und Wasser kümmern mussten, war ich heilfroh dass die beiden da waren. Unsere Grosse blieb mit Julia und Daniel im Haus und sie nahmen den Container in Empfang, während wir mit dem Baby unterwegs waren. Zuerst haben wir uns um den Strom gekümmert. Zum Glück ging es noch am gleichen Tag. Beim Wasser hatten wir nämlich nicht soviel Glück. Da noch ein Feiertag vor uns lag, wurde uns das Wasser erst am 02.01.08 angestellt. Mit dem Gas klappte es glücklicherweise auch am gleichen Tag.

Wir beschlossen trotz fehlendem Wasser im Haus zu bleiben. Die Männer besorgenten Kanisterweise Wasser aus dem Supermarkt und so starteten wir ins neue Jahr. Wir nahmen es gelassen, denn was blieb uns auch anderes übrig.

Am nächsten Morgen besuchten wir erstmal den WalMart, denn das ist für uns fast schon eine Attraktion. Wir haben in Deutschland ja wirklich genügend Auswahl, aber hier sind es ganz andere Dimensionen. Man wird von der Angebotspalette förmlich erschlagen! Es gibt nichts was es in diesem WalMart nicht gibt! Den Rest des Tages verbrachten wir mit Auspacken.

Wir haben förmlich einen Freudentanz aufgeführt, als uns am Tag darauf endlich das Wasser angestellt wurde. Es wurde erstmal ausgiebig geduscht und Geschirr gespült! Man merkt erst wie wichtig Wasser und Strom sind, wenn sie einem nicht mehr zur freien Verfügung stehen.

9.1.08 03:56, kommentieren

Aufbruch in eine neue Welt

Bereits einige Tage vor der Abreise hatte ich einen dicken Kloss im Hals. Die ersten Tränen rollten aber erst am letzten Abend als ich meine Mama gesehen habe. Zu sehen wie meine kleine Tochter ihr über die Wange strich und sie umarmte, schnürte mir regelrecht die Kehle zu. An diesem Abend kamen sehr viele Leute um sich von uns zu verabschieden, aber genau dieser Moment hat sich mir besonders eingeprägt.

Um halb 5 Uhr morgens waren wir schliesslich fertig und machten uns auf, uns von unserer Familie zu verabschieden. Der Abschied ist uns sehr schwer gefallen, aber es war ja auch nicht anders zu erwarten. Auch die Fahrt zum Flughafen verlief sehr ruhig. Niemand sprach, alle waren in Gedanken versunken. Erst am Flughafen taute die Stimmung etwas auf.

Als wir uns schliesslich tränenreich verabschiedet hatten und die Sicherheitskontrolle hinter uns gebracht hatten, konnte ich erst richtig durchatmen. Es ging tatsächlich los!

Vor dem Fliegen habe ich keine Angst, aber ich machte mir wahnsinnige Sorgen um meine Babies. Wie sich noch zeigen sollte aber völlig umsonst. Der Flug nach Frankfurt dauerte nur 40 Minuten und da das Gepäck automatisch zum nächsten Flieger überführt wird, mussten wir dort nur noch das passende Gate finden und warten. Das Boarding begann rechtzeitig und das Einsteigen ging auch zügig voran, doch leider mussten wir eine geschlagene Stunde im Flieger warten bis es losgehen konnte. Glücklicherweise hatte ich einen freien Platz neben mir und Alex einen freien neben sich (wir sassen getrennt). Daher hatte Julia genügend Freiraum um sich bewegen zu können. Deshalb haben wir den Flug auch so gut überstanden.

Atlanta ist der umständlichste Flughafen auf dem ich jemals gewesen bin! Erstmal muss man zur Passportkontrolle. Die Polizisten verstehen da überhaupt keinen Spass und lassen sich viel Zeit bei der Kontrolle. Wenn man das hinter sich hat und das Glück hatte nicht gefilzt zu werden, darf sich erstmal seine Koffer holen um sie gleich danach, an anderer Stelle, wieder abzugeben. Dann fährt man mit der Bahn zur Endstation, wo man seine Koffer wieder abholen darf.

 Zwischendrin waren wir noch kurz bei der Autovermietung, da machte mein Kleiner erstmal Radau. Da er Hunger hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als in der Ecke im Stehen zu stillen. Als wir endlich im Bus sassen, Richtung Autostation, war Julia auch schon am Ende. Der Busfahrer war ihr anscheinend unheimlich und sie find ganz herzzerreissend zu weinen an. Wir haben sie kaum beruhigen können, als wir schliesslich vor unserem Auto standen ging es wieder.

 Eine ganz liebe Frau namens Trish von der Autovermietung half uns mit dem Kindersitz und unterhielt mich während mein Mann mit aller Kraft versuchte unsere 6 Koffer in den Wagen zu stopfen. Dann konnte es endlich losgehen: zu unserem neuen Heim!

 

 

28.2.05 17:13, kommentieren