Tränen, Windpocken und Kaiserschnitte

...und das alles in einer Woche. Es gibt viel zu erzählen, wo fange ich an?

 

Also, am Tag des Tornados kamen meine Schwester und ihre Familie hier an. Mein Neffe hatte leider eine Erkältung bei der Ankuft, aber die haben wir recht schnell in den Griff bekommen. Aber vorher hat sich meine Schwester noch schnell angesteckt.

 

Dadurch haben wir uns aber natürlich nicht vom Shoppen abhalten lassen. Da mein Schwesterherz in den ersten Tagen von den Eindrücken hier etwas erschlagen war, hat sich die Ausbeute aber in Grenzen gehalten. Aber wir hatten ja noch viel Zeit, dachten wir zumindest. Als die Erkältungen abgeklungen waren, entdeckte meine Schwester viele nette kleine rote Punkte am Oberkörper ihres Sohnes, die sich als Windpocken entpuppten. Es war zum Glück nicht so schlimm und er war rundum fit, so dass wir schon am Tag darauf wieder etwas unternehmen konnten.

 

So fuhren wir zum Stone Mountain, dabei handelt es sich um einen Berg der aus einem gingantischen Stein besteht und auf der Seitenwand sind 3 Präsidenten eingemeisselt (Nein, es ist nicht Mount Rushmore! - das ist der mit den 4 Köpfen). Mutig wie wir sind, haben wir beschlossen nach oben mit der Gondel zu fahren und zu Fuss runter zu gehen. Nachdem uns der Gondelfahrer glaubhaft versichert hat, dass wir das nie und nimmer schaffen und höchstwahrscheinlich abstürzen werden, haben wir es sein lassen. Als wir die Oberfläche des Berges betrachtet haben, war uns klar worauf der gute Mann hinaus wollte: eine unebene Steinkugel und es ging ziemlich steil bergab und wir hatten 2 Kinderwagen und 3 Kinder dabei! Der gute Mann hat uns dann sogar eine Freifahrt nach unten spendiert!

 

Und die Shoppingtouren gingen weiter. Um die Kinder ein wenig zu entschädigen, haben wir zwischendurch eine Art Volksfest aufgesucht. Leider war die Veranstaltung so aufregend wie ein umgefallenes Fahrrad in Timbuktu. Es war vergleichbar mit einem Volksfest in Hintervorderunteroberhausen. Also gingen wir wieder.

 

Am Wochende feierten wir eine fette Party - also, naja, die Geburtstagfeier einer 3jährigen. War im Grossen und Ganzen sehr nett. Wir haben ein paar Arbeitskollegen meines GöGa eingeladen. Die Kinder hatten auf jeden Fall ihren Spass. Wir haben unserer Grossen eine kleine Hüpfburg geschenkt. Ich hab meinen Mann mit Mühe und Not davon abhalten können eine freizeitparkreife Ausgabe zu kaufen.

 

 Am Abend hatte mein Neffe die nächste Überraschung für uns parat. Sein Fussgelenk war ziemlich stark angeschwollen und hatte eine merkwürdige Farbe. Also am nächsten Morgen ab zum Doktor. Im Grunde war es eine eeeeeeeeeewige Warterei mit ein paar kurzen Unterbrechungen. Zuerst anmelden, warten, Termperatur messen und wiegen, warten, ins Behandlungszimmer gehen, warten. Dann kam endlich der Arzt, sah sich den Fuss an und meinte dass sehe nach einer Blutvergiftung aus und erzählte uns was von Quarantäne und Krankenhaus. Aber zuerst wolle er sich das Blutbild ansehen. Er ging und nach einer Weile kam eine Krankenschwester zum Blut abnehmen. Es war die reinste Folter, für das arme Kind und für uns. Nachdem der erste Arm kein Blut hergab, mussten wir ihn ablenken damit sie am zweiten Arm herumwerkeln konnte. Wieder warten. Das Blutbild ergab zum Glück nur einen Virus, keine Blutvergiftung - Aufatmen. Wir haben die entsprechenden Medikamente verschrieben bekommen und konnten nach weiteren 30 Min. Wartezeit endlich gehen. Leider hatte meine Schwester vergessen vor der Abreise eine Auslandskrankenversicherung abzuschliessen, also heisst es selber zahlen. Aber was bleibt einem anderes übrig wenn das Kind krank ist! Zum Glück ging es ihm schnell besser.

 

 Tja und dann war es schon wieder Zeit für die drei abzureisen. Zum Glück hatte ich einen Arzttermin an dem Tag und war ein wenig abgelenkt dadurch. Schon eine Stunde bevor ich los musste, gingen meine Schwester und ich uns aus dem Weg und vermieden einander in die Augen zu sehen. Wir schlichen durch das Haus und taten so als hätten wir mal hier was zu tun, mal da, es machte das ganze ein klein wenig leichter. Wir machten den Abschied so kurz wie möglich, aber als ich vom Arzt wieder nach Hause kam und das leere Haus sah, konnte ich einfach nicht anders. Ich hab erstmal eine Stunde lang geheult. Erst am nächsten Tag ging es wieder einigermassen. Und in 2 Wochen kommen meine Eltern, die beiden werde ich wahrscheinlich gar nicht mehr gehen lassen.

 Ich gestehe, einen teuflischen Plan zu hegen. Ich werde sie einfach kidnappen und verstecken. "Ich schwöre Officer, ich habe sie zum Flughafen gefahren, keine Ahnung wo sie stecken!" Seht ihr, ich übe schon meinen Text für das FBI.

 

Und kaum waren meine lieben Verwandten abgereist bin ich selbst zum Opfer einer Mittelohrentzündung geworden. Der Arzt bei dem ich war, hat mich für soetwas wie einen Alien gehalten. Hier muss man nämlich vor der ersten Untersuchung seine komplette Lebensgeschichte erzählen und bei Geburten strich er wie selbstverständlich Kaiserschnitt an, darauf ich: "Es waren spontane Geburten", er sah mich an als käme ich von einem anderen Stern und fragte: "Sie haben vaginal entbunden?" "Öhm ja, und!?" "Alle beide? Wie war das denn so? Ich muss ihnen sagen, ich habe meine Praxis seit 12 Jahren und ich kenne keine einzige Frau die spontan entbunden hat!". Er hat mir daraufhin erklärt, dass es hier sehr unüblich ist selbst zu entbinden, hier stehen Kaiserschnitte an der Tagesordnung. ich habe letztens auch die Geschichte von einer Frau hier gehört, die ins Krankenhaus kam und spontan entbinden wollte. Daraufhin kamen sämtliche Ärzte in den Kreissaal weil sie soetwas mal live miterleben wollten!

 

Eine passende Überleitung habe ich nicht, also: ich habe meinen FÜHRERSCHEIN!!! Ich gebe zu erst beim zweiten Versuch bestanden zu haben, aber des is mir sooooo wurscht, Hauptsache ich hab ihn.

 

So und nun gratuliere ich jedem der sich bis hierhin durchgekämpft hat, es war diesmal ein langer Bericht. Bis zum nächsten Mal. Winke, Winke! 

29.5.08 22:20

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